Dienstag, 12. Mai 2015

Steinway verbindet - Wolfshagen und Seesen rücken zusammen



Am Samstag, 09. Mai 2015, war es endlich soweit: Der Steinway-Trail (oder Steinweg-Pfad) von Wolfshagen nach Seesen wurde offiziell eröffnet.

Wer bis dahin glaubte, es handele sich dabei doch nur um einen weiteren neuen Wanderweg im Harz, der zu Werbezwecken einen bedeutsamen Namen erhält, wurde spätestens während der Eröffnungsfeier in der Wolfshäger Festhalle eines Besseren belehrt.

So manche/r rieb sich schon verwundert die Augen, als die per Bus aus Seesen angereisten Steinway- und Wanderfreunde in die Halle strömten - dem Anlass entsprechend teils zünftig in Wanderkleidung, teils eher festlich gekleidet. Auch der Begrüßungstrunk, mit dem alle (an die zweihundert) Gäste von Wolfshäger Seite aus empfangen wurden, ließ einige Augenbrauen freudig überrascht nach oben hüpfen: Hier passiert wohl gerade etwas Wichtiges? Ja. Und die Stadt Langelsheim, der Steinway-Verein sowie der Fremdenverkehrsverein hatten sich deshalb viel Mühe gegeben, den Auftakt auf Wolfshäger Seite angemessen zu gestalten.




So richtig schön wurde es dann mit dem Start des offiziellen Programms. Die Seesener Pianistin Nicole Barnert stimmte uns mit ihrem eindrucksvollen Spiel unseres historischen Steinway-Flügels auf das freudige Ereignis ein - ebenso wunderbar ausklingend entließ sie die Gäste auf den Weg nach draußen, wo die Jagdhornbläser… ach nein, das erzählen wir lieber der Reihe nach - erst würdigen wir die Festredner und ihre teils überraschenden Reden.


Eröffnet wurde der Reigen von Langelsheims Bürgermeister Ingo Henze, der in bester Stimmung und legerer Wanderkleidung (ja, er wanderte einen Teil der Strecke mit) die Versammlung begrüßte und sich stellvertretend für uns alle über dieses bedeutsame Ereignis freute. Insbesondere die Geschichte der Entstehung des Pfades von der Idee im Jahr 2011 bis hin zur Realisierung machte deutlich, wie gut die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten (Wolfshäger Steinway-Verein, die Städte Langelsheim und Seesen, Stadtmarketing Seesen, Steinway & Sons Hamburg, Volksbank Seesen, VR Stiftung, Harzklub, der Niedersächsischen Landesforsten u.a.) geklappt hat (die vollständige Liste der an der Realisierung beteiligten Institutionen finden Sie hier >>).


Der Seesener Bürgermeister Erik Homann betonte die Bedeutung des Steinway-Trails für das Zusammenrücken der beiden Orte Seesen und Langelsheim sowie als weiteren Höhepunkt der in Seesen ja bereits seit Langem intensiv gelebten Traditionspflege in Bezug auf die Familie Steinway - William Steinway, Sohn von Henry E. Steinway, ist in Seesen geboren und hat das weltumspannende Familienunternehmen Steinway & Sons maßgeblich geprägt. Der von William Steinway gesponserte Seesener Kurpark heißt selbstverständlich Steinway-Park und das Städtische Museum beherbergt eine eigene Steinway-Abteilung mit einem noch von Steinway selbst erbauten Flügel. Der Steinway Park Seesen e.V. bereichert mit seinen musikalischen Programmen das kulturelle Leben in Seesen.


Für ein Highlight der besonderen Art sorgte Wolfgang Keunecke vom Vorstand der Volksbank Seesen/Langelsheim. Sein Geldinstitut hatte den gesamten Planungsprozess des Steinway-Trails schon nicht nur mitgestaltet sondern auch gesponsert - nun gab es noch was obendrauf: Keunecke überreichte dem Wolfshäger Steinway-Verein stellvertretend für alle Beteiligten einen Riesen-Scheck über 10.000 Euro, gespendet von der VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland. Große Geste, große Freude, großer Respekt und ein dickes Dankeschön!!!



Bevor uns dann Nicole Barnert mit ihrem wundervollen Flügelspiel verabschiedete, hatten wir noch das Vergnügen, dem vierten Gastredner des Tages zuzuhören: Hans-Heinrich Schalkowski von Steinway & Sons Hamburg. Schalkowski, der von Beginn an in die Planung einbezogen war, hatte nicht nur dafür gesorgt, dass Wolfshagen und Seesen um ein herrliches Schmuckstück reicher sind und nun von je einem Flügelrahmen vor der Festhalle in Wolfshagen und im Steinway-Park Seesen verziert werden. Er hatte auch eine wichtige Botschaft für uns alle im Gepäck: Steinway sei für die Orte Wolfshagen und Seesen von großer Bedeutung und die Einweihung des Steinway-Trails ein möglicher wichtiger Anziehungspunkt für Touristen. Touristen aus aller Welt, wohlgemerkt! Das Interesse an den Wurzeln dieses für die Welt bedeutsamen Mannes sei groß und er freue sich schon darauf, seinen Kunden künftig auch den Weg nach Wolfshagen und Seesen weisen zu können. Angesichts dieser Sätze dürften so manchem die Ohren geklingelt haben.


Doch zum Nachdenken über die gewichtigen Worte blieb vorerst keine Zeit - nun gings erstmal nach Draußen. Die Jagdhornbläsergruppe des Harzkub-Zweigvereins Wolfshagen rief zum Aufbruch und lockte die Wanderlustigen unter den Gästen schon einmal mit dem Ruf des Waldes. Bevor die Wanderstiefel nun aber endgültig zum Einsatz kamen, wollte der Steinway-Pfad selbstverständlich zunächstmal ganz offiziell eingeweiht werden durch das fröhliche Durchschneiden des grün-weißen Bandes. Dafür hatten die Bürgermeister Henze und Homann sowie der Steinway-Vereinsvorsitzende Jochen Bremer eine Schere im Gepäck und schnipppelten unter dem Beifall der Gäste das Band gleich dreimal durch.



Nun aber los!


Viele viele Gäste machten sich auf den Weg, den Spuren Heinrich Engelhardt Steinwegs von Wolfshagen nach Seesen zu folgen und die Strecke wie der Meister höchstselbst zu Fuß zurückzulegen (schließlich besuchte er damals sicher öfter seine spätere Angetraute in Seesen).

Wir hatten alle viel Freude an der Tour. Sie war perfekt organisiert: Gute Kennzeichhnung des Weges, Bustransfer für diejenigen, die sich den steilen Aufstieg von der Innerste zum Schnapsplatz hoch nicht zutrauten, Wegzehrung und Wasser an der Busstation, Sanitäter-Posten (die wohl nicht gebraucht wurden und ein großes Dankeschön für ihren Dienst verdient haben!) und nicht zuletzt die gute Führung durch mehrere Harzclub-Vertreter. Die wandererfahrene Autorin dieser Zeilen wird diesen Weg mit Sicherheit noch einmal gehen - dann jedoch in der umgekehrten Richtung. Auch um auszuproberen, ob die Steigungen von drüben nach hüben (die dann über verwunschene Waldpfade mit weichem Boden unter den Füßen führten) eventuell mehr Spaß machen als die zum Teil etwas eintönige langgezogene Steigung zum Schnapsplatz auf dem geschotterten Forstweg von hüben nach drüben. 





Zu diesem Foto gibt es einen eigenen früheren Bericht hier >>


Nach nur einem Regenschauer, insgesamt fast 15 Kilometern herrlicher Strecke und guten 3 1/2 Stunden bei forschem Schritt wurden wir dann von der strahlenden Sonne und der fröhlichen Musikgruppe Quasimodo Knöterich herzlichst im Steinway-Park empfangen. Dort herrschte Partystimmung - die Seesener Seite hatte für viel leibliches Wohl (flüssig und fest), musikalische Unterhaltung und ausreichend Bänke und Tische gesorgt. Und von Wolfshäger Seite wiederum war ein Shuttle-Bus angeheuert, der im Halbstundentakt die Wanderer und Feierer wieder nach Hause brachte. Denn ein zweites Mal wollte diese Tour - so wunderschön und abwechslungsreich sie auch war - am selben Tag dann doch niemand mehr machen.

Umso größer unser Respekt für Heinrich Engelhardt Steinweg, dass er diesen Marsch der Liebe wegen immerhin so oft gegangen ist, dass daraus eine Ehe, das damit verbundene Geschenk an seine Liebste - Steinwegs berühmter "Küchenflügel" -, die Gründung einer mehrköpfigen Familie und ein historischer Glücksfall für die musikalische Nachwelt entstanden sind. Steinway & Sons. In Hamburg, New York und neuerdings auch in Shanghai.


Tausend Dank an ALLE, die zum Gelingen dieses wunderbaren Tages im Besonderen und des bedeutsamen Projekts im Allgemeinen beigetragen haben!



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