Montag, 16. Februar 2015

J.Ch. Fillol und Ch. Zimmer: Romantisch, brillant, begeisternd

Als der Vorstand des Wolfshäger Steinway e.V. nebst fleißigen Helfern und Helferinnen am Freitagabend die Festhalle für den romantischen Sonntagnachmittag herrichtete, tauchte die (vor jedem Konzert wiederkehrende) Frage auf: "Wieviel Zuschauer-Stühle brauchen wir?". Der Veranstalter steht ja auch in der Pflicht, einerseits den Saal mit ausreichend Sitzgelegenheiten zu bestücken, aber andererseits auch nicht zu viele Stühle aufzustellen, damit Publikum und Musiker sich nicht so verloren vorkommen. Wieviel Gäste also können bei einem romantischen Liederabend realistisch erwartet werden?

Die Anwesenden einigten sich auf sechzig für den Fall, dass es richtig gut läuft - und stellten sicherheitshalber 80 Stühle auf. Und es lief richtig gut: Tatsächlich waren etwa 60 Gäste gekommen - mehr, als bei einem Liederabend in Hannover erscheinen, wie Pianist Christian Zimmer erzählte und sich dafür herzlich beim Publikum bedankte.



Es wurde ein wundervoller Nachmittag. Der junge französische Bariton Jean-Christophe Fillol begeisterte uns mit seiner Stimme und seiner einfühlsamen Interpretation der romantischen Lieder von namhaften Komponisten - die er uns zuvor ebenso feinfühlig und emotional mit gesprochenen Worten vorstellte (mit einem "eigens dafür antrainierten sympathischen französischen Akzent", wie Christian Zimmer witzelte). Überhaupt: Der Humor kam dank Zimmer auch bei diesem ja eher ernsthaften Konzert nicht zu kurz - der Pianist versteht nicht nur seine Kunst am Flügel sondern auch die Unterhaltung des Publikums mit launigen und herzlichen Worten.


Wir haben aus vollem Herzen genossen, dass uns Christian Zimmer neben der perfekten Begleitung des Sängers auch mit einigen Solo-Stücken verwöhnte - wie schnell und zielsicher seine Finger bei der Toccata von Robert Schumann über die Tasten flogen: Große Begeisterung!

Zum Abschluss des Konzerts durften wir dann noch eine ganz andere Seite des Sängers Jean-Christophe Fillol kennenlernen. Mit sicht- und hörbarem Vergnügen folgte das Publikum dessen Interpretation des "General Bum-Bum" aus "Die Großherzogin von Gerolstein" von Jacques Offenbach. Großartig! Fillol offenbarte mit dieser Arie neben seinem sängerischen auch sein schauspielerisches Talent. Auf einmal sahen wir ihn vor unserem geistigen Auge auch auf einer großen Opernbühne agieren. Was immer der ja noch in der Ausbildung stehende Fillol für seine Zukunft plant: Wir wünschen ihm von Herzen viel Erfolg dabei!


Tausend Dank, Jean-Christophe Fillol und Christian Zimmer, für die große Kunst im kleinen Wolfshagen im Harz.

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