Montag, 24. März 2014

Plattdeutsch ist in - "Jeschichten iut san Li'em" jetzt auch in Seesen zu hören

Was der Landtag erst noch beschließen soll, setzen wir bereits um.

In der heutigen Ausgabe der Goslarschen Zeitung ist zu lesen, dass die niedersächsischen Regierungsfraktionen in einem Antrag die Landesregierung auffordern, sich verstärkt um die Förderung des Plattdeutschen zu kümmern.

Wer unsere aktuellen Beiträge hier verfolgt, weiß, dass wir mit dem zweisprachigen Büchlein "Steinweg/Steinway - Lebensgeschichten / Jeschichten iut san Li'em" in dieser Hinsicht bereits sehr aktiv sind. Nach der sehr erfogreichen Buchvorstellung in Wolfshagen haben Sie nun die Gelegenheit, Autoren und Herausgeber auch in Seesen kennenzulernen - und zwar


am 03. April 2014
im Städtischen Museum Seesen, Wilhelmsplatz 4
um 19.00 Uhr

Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Buchbesprechung sowie in unserem Bericht über die Veranstaltung in Wolfshagen. In unserem Pressebereich können Sie nachlesen, was die Goslarsche Zeitung dazu berichtet hat.

Wir freuen uns auf Sie.


Sonntag, 16. März 2014

Die Jugend musiziert und die Erwachsenen sind begeistert.

Wenn das der alte Steinway noch erlebt hätte, ...

... dass 217 Jahre nach seiner Geburt in seinem Geburtsort eine Festhalle aus allen Nähten platzt, weil fast mehr als* 200 Menschen gekommen sind. Gekommen, um junge Künstler(inne)n zu erleben, die das Andenken an Heinrich Engelhard Steinweg (Henry E. Steinway) durch ihre Musik und ihr Theaterspiel zum Leben erwecken.


* Wir haben nach dem Aufräumen festgestellt, dass wir exakt 217 Stühle in Benutzung hatten.

Ein ganz ganz dickes Dankeschön an die Kinder und Jugendlichen der Kreismusikschule Goslar und der Theater-AG des Ratsgymnasiums Goslar für ihr heutiges Spiel!

Danke, dass ihr uns einen großartigen Nachmittag geschenkt, uns mit wunderbarer Musik verwöhnt und eure Freude an Musik und Spiel mit uns geteilt habt.

Danke, dass ihr uns gezeigt habt, wie sehr die Musik uns verbinden kann. Wir sind in der Festhalle zusammengekommen, um euch zu hören, um ein paar schöne Stunden zusammen mit unseren Freunden, Bekannten oder der Familie zu genießen. Plötzlich lernen wir von unserer Nachbarin, dass sie das gleiche Lieblingsinstrument hat wie man selbst. Weil ihr es so schön gespielt habt, haben wir uns darüber unterhalten. Und wir haben neue Menschen kennengelernt.

Dienstag, 11. März 2014

Junge Künstler/innen versprechen Sonnenschein auch am Sonntag...

... obwohl der Wetterbericht was gaaanz anderes zu wissen glaubt.

Wir sind uns ja recht sicher, dass der kommende Sonntag schon seit langem dick angestrichen ist in ihrem Terminkalender. Dennoch (doppelt hält besser) erlauben wir uns, Sie noch einmal zu erinnern, an unser
Jugend-Konzert
am Sonntag, den 16. März 2014
um 15:00 Uhr 
in der Festhalle Wolfshagen im Harz (Am Jahnskamp)

Wir freuen uns mit Ihnen auf einen Nachmittag mit guter Laune und strahlender Sonne - trotz der Drohung des Wetterberichts für Sonntag, es gäbe "kaum Chancen auf Sonnenschein". Vielleicht gilt das für draußen unter freiem Himmel, für drinnen unter dem Dach der Wolfshäger Festhalle gilt das ganz bestimmt nicht.

Denn hier musizieren und schauspielern für uns Kinder und Jugendliche der Kreismusikschule Goslar sowie der Theaterwerkstatt des Ratsgymnasiums in Goslar. Wir werden jungen Musiker/innen zuhören dürfen, die kürzlich als Preisträger des Regionalwettbewerbs "Jugend musiziert" ausgezeichnet wurden. Und wir werden jungen Schauspieler/innen dabei zuschauen können, wie sie uns ein klein wenig aus dem Leben von Heinrich Engelhard Steinweg / Henry E. Steinway erzählen. Hinter der Theaterwerkstatt verbirgt sich übrigens ein einzigartiges Projekt - das hier auf der Internetseite des Christian-von-Dohm-Gymnasiums sehr gut beschrieben ist.

Donnerstag, 6. März 2014

Steinway bewegt...

... viele Menschen zur Buchvorstellung nach Wolfshagen in den Lesesaal

Schon auf dem Weg durch Wolfshagen hin zum Lesesaaal begegnet man sich: "Hallo, wo willst du denn hin?" "Na, zur Lesung!" "Oh, ich auch." Und dann biegt man um die Ecke zur Heinrich-Steinweg-Straße und wundert sich. Die Straße steht voller parkender Autos. "Wollen die alle zu uns?" Sie wollen.


Der kleine, hübsch dekorierte Lesesaal ist voll, alle Tische sind besetzt, die Stühle reichen nicht. Gut, dass noch Nachschub da ist und am Ende doch alle einen Sitzplatz haben. Über den Daumen gepeilt sind's 35, die schließlich gespannt auf den Beginn der Buchvorstellung warten.

Unser Vorsitzender Jochen Bremer eröffnet die Veranstaltung mit kleinen Anekdoten aus der Entstehungsgeschichte des plattdeutschen Büchleins (>> Infos zum Buch). Einmal mehr wird deutlich, wieviel sich bewegen lässt, wenn Menschen mit Begeisterung und Leidenschaft aus vollem Herzen für eine Sache stehen. Lieber Jochen, du hast allen an dem Buchprojekt Beteiligten so herzlich gedankt - wir bedanken uns für das Danke und an dieser Stelle auch bei dir, dass du diesen Stein nicht nur ins Rollen sondern auch mit vereinten Kräften ins Ziel gebracht hast!

Langelsheims Bürgermeister Ingo Henze und Jochen Bremer, Vereinsvorsitzender

Es folgen die Begrüßungsworte des Langelsheimer Bürgermeisters Ingo Henze. (Für ortsunkundige Leser/innen: Wolfshagen ist offiziell ein Ortsteil von Langelsheim.) Wie bereits im Vorwort zum Buch freut sich der Bürgermeister auch heute - in sympathischer und kurz(weilig)er freier Rede - gemeinsam mit uns, dass wir als Geburtsort des berühmten Herrn Steinweg/Steinway ein für ganz Langelsheim identitätsstiftendes Andenken besitzen. Und dieses bewahren helfen. Herzlichen Dank für die motivierenden Worte.

oben: Udo Paul, unten: Friedrich Orend
Und nun haben wir das Vergnügen, ein paar Anekdötchen aus dem Buch zu hören - vorgetragen in Wolfshäger Platt von Udo Paul, dem Autor der plattdeutschen Steinweg-Geschichten aus Wolfshagen. An dieser Stelle bedankt sich die Verfasserin dieser Zeilen bei ihrem Herrn Papa, dass er ihr in der Kindheit plattdeutsche Geschichten vorgelesen hat - sonst wäre es ihr wohl wie einigen anderen im Saal ergangen: Was hat er gesagt? Wat het he secht? Das Wörtchen "Heunerkacke" aber haben sicher alle verstanden. Es lässt sich ja auf plattdeutsch so herrlich schimpfen - ohne dass es gleich richtig böse klingt. Schade, dass diese Sprache zu verschwinden droht. Gut, dass es wieder Initiativen gibt, das Plattdeutsche zu bewahren und auch der jungen Generation nahezubringen. Natürlich nicht nur, um netter schimpfen zu können.




Zum Abschluss des offiziellen Programms dann erzählt Friedrich Orend, Leiter des städtischen Museums in Seesen, aus seinem Fundus an Steinweg-Geschichten - von denen er einige zu unserem Büchlein beigetragen hat. Anders als in Wolfshagen - wo zuerst die plattdeutschen Geschichten aufgeschrieben und dann hochdeutsch interpretiert wurden - wurden die Anekdoten in Seesen zunächst auf deutsch notiert und dann von Friedrich Wilhelm Harenberg ins Plattdeutsche übersetzt. Schade, dass Herr Harenberg heute nicht dabei sein kann.

In Seesen - so Orend - hat man sich intensiver mit der Geschichte von Henry Steinways Sohn, William Steinway, beschäftigt. William Steinway hat ja die Aufbauarbeit seines Vaters insbesondere in den USA erfolgreich weitergeführt und die berühmten Steinway-Flügel auf die Weltbühnen gebracht. Eigentlich ganz praktisch. So hat jeder Ort seinen eigenen Schwerpunkt, man kooperiert und ergänzt sich hervorragend. Selbstverständlich wird es auch in Seesen demnächst eine Buchvorstellung geben.

Nach diesen kurzweiligen Darbietungen folgt der gesellige Teil. Gäste aus dem Publikum erzählen von ihren Verbindungen zu Steinweg, erwerben zum Teil mehrere Exemplare des Büchleins und lassen es sich nicht nehmen, die anwesenden Autoren Udo Paul und Friedrich Orend bzw. die Interpretin Almut Bremer um eine Widmung im Buch zu bitten.

vordere Reihe von links: Jochen Bremer, Udo Paul, Almut Bremer, Friedrich Orend
hintere Reihe: Friedrich Engelhard Steinweg (überblendet vom Spiegelbild des Lesesaals)

Und es gibt auch noch ein bisschen was zu schnabulieren: Kaffee und kleine Kuchenhäppchen. Überhaupt: Die Kuchenhäppchen! Liebevoll dekoriert ist jedes Stückchen mit einem kleinen Steinway-Fähnchen - auf dem heimischen Drucker hergestellt, auf einen Zahnstocher gezogen und in den Kuchen gepiekst. Danke, Almut!


Und irgendwo kreisen nun sogar ein paar Flaschen Sekt. Zu Recht! Diese rundum gelungene Veranstaltung hat es verdient, gefeiert zu werden.