Dienstag, 8. April 2014

Steinway bewegt. Auch in Seesen...

... kamen viele Menschen zur Buchvorstellung.

Nach der erfolgreichen Lesung aus den Lebensgeschichten des Henry E. Steinway in Wolfshagen waren wir nun sehr gespannt, wie das Büchlein in Seesen angenommen wird (>> Infos zum Buch).

Dieses Mal bot das Städtische Museum Seesen den Rahmen für die Buchvorstellung. Und dank der guten Zusammenarbeit unseres Steinway-Vereins mit dem Museumsleiter Friedrich Orend füllte sich der Rahmen mit lebendigen Bildern, einem kurzweiligen Programm und einem interessierten Publikum. 

Gastgeber der Lesung war Seesens Bürgermeister Erik Homann. Zum Auftakt begrüßte er die 35 Gäste und betonte die wunderbare Idee des Wolfshäger Steinway-Vereins zu diesem zwei-, ja fast drei-sprachigen Werk: Lebensgeschichten - Jeschichten iut san Li'em -, die einiges aus dem Leben des berühmten Henry E. Steinway (damals noch Heinrich Engelhard Steinweg) auf Wolfshäger und Seesener Platt mit hochdeutscher Interpretation erzählen und die beiden Steinweg-Orte Seesen und Wolfshagen miteinander verbinden. Das war auch der Grund, weshalb Homann einer Lesung im Museum spontan zugestimmt und sogleich die Verwaltung in die Organisation eingebunden hatte. Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Homann für seine Spontaneität und den daraus entsprungenen Genuss.

Das Seesener Museum mit seiner eigenen Steinway-Abteilung bot dann einen besonderen Leckerbissen: Der 150 Jahre alte Steinway-Flügel wurde zu Beginn und nach Ende der Lesung meisterlich vierhändig bespielt von Nicole Barnert und ihrer Lehrerin Tatjana Tisenhausen. Für die anwesenden Wolfshäger Steinway-Freunde bedeutete dieses nicht nur den Genuss des aktuellen Spiels sondern auch das freudige Wiedersehen mit der jungen Pianistin, die ja kürzlich den grandiosen Abschluss unseres Jugendkonzerts gestaltet hatte. Auch dieser Auftritt brachte den Geist des Klavierbauers, um den sich hier ja alles drehte, im wahrsten Sinne des Wortes zum Klingen. Danke, Nicole Barnert. Danke, Tatjana Tisenhausen.


Und nun hatte das äußerst aufmerksame Publikum das Vergnügen, Plattdeutsches zu hören. Die Autoren der "Jeschichten", Udo Paul und Friedrich Wilhelm Harenberg, gaben einige launige Geschichtchen zum Besten - Paul auf Wolfshäger, Harenberg auf Seesener Platt.

Jochen Bremer, Vorsitzender des Wolfshäger Steinway-Vereins, erläuterte den Zuhörern anschließend noch, was den Verein bewogen hat, die "Lebensgeschichten" ins Leben zu rufen und sie an die vielen Leser/innen, die das Büchlein schon jetzt gefunden hat, weiterzugeben. Und er überreichte Bürgermeister Homann ein Exemplar - zur Erinnerung an das großartige Lebenswerk Steinways und natürlich auch an diesen schönen Abend.

Der musikalische Ausklang, gestaltet von Nicole Barnert und ihrer Lehrerin, wurde mit frenetischem Applaus belohnt.

Nun folgte der offene Teil des Programms - die Gäste fanden sich zu lebhaften Gesprächen zusammen. Für das leibliche Wohl in Form von Getränken und Kuchenstückchen bedanken wir uns herzlich bei Almut Bremer (die im Büchlein im Übrigen auch dafür gesorgt hat, dass die plattdeutschen Jeschichten auch als hochdeutsche Geschichten daherkommen).

Was uns besonders freut: In den Gesprächen kam die große Zufriedenheit der Seesener darüber zum Ausdruck, dass durch unsere Vereinsaktivitäten die ehemals spürbare Rivalität zwischen Seesen und Wolfshagen (Wem gehört Henry E. Steinway?) kein Thema mehr ist. Ein Zeichen dafür sei zum Beispiel auch die gemeinsame Arbeit am Steinweg-Pfad - auf dem wir ja noch in diesem Jahr von hüben nach drüben oder drüben nach hüben wandern dürfen. Danke, liebe Seesener/innen, dass auch Sie mit Ihrem Besuch dieser Lesung zur "Völkerverständigung" beigetragen haben.

Spürbar war auch, dass sich künftig sicher noch viele Gelegenheiten zum gemeinsamen Kulturgenuss ergeben werden: Viele Seesener Besucher dieses Abends waren sehr überrascht, dass unser Verein regelmäßig Konzerte veranstaltet - und sie zeigten sich überzeugt von unserem Spielplan und leicht ungläubig über die hohe Qualität unserer Künstler/innen.

Aber auch diese - rundum gelungene - Veranstaltung ging einmal zu Ende: Nach etwa zwei Stunden verabschiedeten wir uns voneinander. In der Gewissheit, den einen oder die andere bald einmal hier oder da wiederzusehen, fuhren wir beschwingt nach Hause.

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